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Der gelegte Wallach

Die Pferdefreunde und Kenner unter uns werden jetzt wahrscheinlich schon schmunzeln. Denn im Grunde genommen ist die Überschrift ein kleines Wortspiel. Auf gut Deutsch: Doppelt gemoppelt.Aber fangen wir doch erst einmal von vorne an. Der Begriff Wallach kommt aus der Walachei, einem Landstrich Rumäniens. In den östlichen Ländern ist es historisch schon sehr lange üblich, männliche Pferde zu kastrieren. Der Grund liegt darin, dass männliche, unkastrierte Pferde (üblicherweise als Hengst bezeichnet) manchmal etwas schwierig im Umgang sind. Insbesondere kann man Hengste sehr schlecht mit anderen Pferden zusammen halten. Sie können sich sicherlich vorstellen was im Stall und auf der Weide los ist, wenn eine Stute rossig (paarungsbereit) ist. Dies waren sicherlich früher die Gründe zur Kastration und sind es heute immer noch. Ein Wallach ist, um es jetzt einmal gerade heraus zu sagen, ein kastrierter oder gelegter Hengst.

Einen Wallach kann man auf Grund des fehlenden Sexualtriebs sehr gut in einer reinen Wallachherde oder auch zusammen mit Stuten halten. Dies vereinfacht es natürlich ungemein einen passenden Stall zu finden. Und auch im Umgang mit Menschen ist ein Wallach eher „Pflegeleicht“.

Ein Hengst hat in der Regel etwas mehr „Pfeffer im Hintern“ ist also etwas temperamentvoller. Da muss man sich als Pferdefreund auch schon einmal etwas mehr durchsetzen können.

Im professionellen Reitsport ist es übrigens genau umgekehrt wie in der Freizeitreiterei. Dort ist es eher üblich den Hengst nicht zu kastrieren. Hier geht es zum einen natürlich darum das Temperament zu erhalten. Und falls sich im Laufe der Jahre herausstellt, dass das Tier gute Erbanlagen hat, dann ist es schön, wenn man den Hengst noch zur Zucht verwenden kann um das Potential an spätere Generationen weiter zu geben.

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