Wasserpflanzen sind nicht nur optisch eine Bereicherung für das Aquarium. Sie sorgen für ein stabiles biologisches Gleichgewicht und schaffen damit einen gesunden Lebensraum für Fische und Wirbellose. Daneben bieten Sie scheuen Aquarienbewohnern Versteckmöglichkeiten, dienen einigen Arten als Laichsubstrat und beugen einer Überwucherung mit Algen vor.
Die Auswahl der richtigen Wasserpflanzen
Wie Fische, Schnecken und Garnelen benötigen auch Wasserpflanzen Lebensbedingungen, unter denen sie sich wohlfühlen. Andernfalls reagieren sie mit kümmerlichem Wuchs und Krankheit oder sterben gar ab. Zu beachten sind die Ansprüche an die Wasserwerte, die Beleuchtung, den Bodengrund, die Beckengröße und die Nährstoffversorgung. Idealerweise stimmen die Bedingungen im Aquarium mit den Bedürfnissen sowohl der Pflanzen, wie auch der Tiere überein. Allerdings eignen sich nicht alle Aquarienpflanzen für jeden Besatz. Zarte und fein gefiederte Arten überleben in einem Barschbecken nicht lange und Aronstabgewächse können in einem Garnelenbecken Schaden anrichten. Besondere Eigenschaften der Bewohner sollten bei der Wahl der Pflanzen also ebenfalls beachtet werden.
Pflanzen dekorativ einsetzen
Kleine Pflanzen kommen besonders gut im Vordergrund des Aquariums zur Geltung, während große ein schönes Hintergrundbild abgeben. Eine Solitärpflanze ist auch im Mittelgrund ein Blickfang. Dekorative Kontraste entstehen, wenn rot- und grünblättrige Arten gemeinsam das Aquarium schmücken. Auf Wurzeln aufgebundene Moose oder Farne eignen sich hervorragend zur Landschaftsgestaltung und mit aufrecht wachsenden Stängelpflanzen entstehen kunstvolle Pflanzenstraßen, wie sie in Hollandaquarien beliebt sind. In einem offenen Becken können einige Arten unter guten Bedingungen zur Blüte kommen. Sie treiben lange Stiele aus dem Wasser heraus, an denen sich Blütenstände entwickeln. Mit der Vielzahl der inzwischen kultivierten Arten lassen sich nahezu alle gestalterischen Ideen umsetzen.
Das leisten Aquarienpflanzen
Fische und Wirbellose benötigen Sauerstoff, um zu überleben. Wasserpflanzen liefern diesen, indem sie Stickstoff umwandeln. Daneben nehmen sie zahlreiche Nährstoffe aus dem Wasser und dem Substrat auf, die andernfalls das Wasser belasten würden. Dazu zählen auch Stoffwechselprodukte der Aquarienbewohner. Bei einer hohen Besatzdichte sind daher Pflanzen empfehlenswert, die einen hohen Nährstoffbedarf haben. Schnell wachsende Arten sind eine natürliche Konkurrenz für Algen und hindern diese daran, sich übermäßig im Becken auszubreiten. Schwimmpflanzen oder Arten mit flutendem Wachstum schaffen schattige Bereiche, Labyrinther bauen ihre Schaumnester darin. Scheue Fische finden in dicht wachsenden Pflanzen Schutz. Sie leiden in ihrem Versteck weniger unter Stress, was sie weniger krankheitsanfällig macht. Garnelen grasen gerne Moose für Aquarien nach Nahrung ab. Der sich vor allem bei Moosen am Triebansatz sammelnde Mulm birgt zahlreiche Mikroorganismen, die Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und Ausscheidungen zersetzen. So verhindern diese die Bildung giftiger Faulgase, die wiederum den Fischen schaden würden.
Fazit: Wasserpflanzen sind wichtig für ein funktionierendes Ökosystem im Aquarium. Sie tragen zum Erhalt der Wasserqualität bei, verbessern die Lebensqualität von Fischen und Wirbellosen, wirken der Algenbildung entgegen und sind ausgezeichnete Dekorationsmittel.






