Unter Malawicichliden versteht man – wie es sich aus dem Namen schon ableiten lässt – die Gesamtheit aller Buntbarsche, die den Malawisee bevölkern. Es handelt sich dabei um einen Grabenbruchsee im ostafrikanischen Grabenbruchsystem, der gigantische Ausmaße annimmt. Er misst in Nordsüdrichtung eine Länge von rund 600 km, ist bis zu 80 km breit und hat an einigen Stellen eine Tiefe von ca. 700 m! Damit ist er einer der größten Seen unserer Erde. Allerdings können nur seine obersten Schichten von Wirbeltieren bewohnt werden, da der Gehalt an im Wasser gelöstem Sauerstoff ab einer Tiefe von ca. 200 m zu gering wird, als dass dort Fische überleben könnten. Sein für Süßwasser sehr salzhaltiges Wasser ermöglichte vorrangig den Barschen eine besonders gute und starke Entwicklung, da die Cichliden im Vergleich zu anderen Süßwasserfischen eine bessere Osmoregulation besitzen und somit besser an salzhaltiges Wasser angepasst sind. Normalerweise herrschen im Malawisee Temperaturen von 23 bis 24 °C und pH-Werte um die 8.
Farbenpracht der Cichliden
Die Malawicichliden werden auf Grund ihrer Schönheit von ihren Aquarianern oft liebevoll “Die Korallenfische des Süßwassers” oder einfach nur “Die Bunten” genannt. Und diese Namen haben sie sich redlich verdient. Ihre Farbenpracht ist so vielfältig, dass sie kaum noch zu überbieten ist. Dabei wird fast das komplette Farbspektrum bedient, wobei die Blau- und Grüntöne meist irisierend auftreten. Fast alle Malawis der rund 1000 Arten sind endemisch. Das bedeutet, dass sie nirgends woanders als im Malawisee auftreten. Zur Systematisierung teilt man sie vorrangig in zwei Hauptgruppen ein: Die Mbuna und die Nonmbuna.
Mbunas
Das Wort “Mbuna” bedeutet soviel wie “Die in den Felsen wohnen” und kommt aus der Sprache der Einheimischen. Namensgebend ist ihr bevorzugtes Litoral – die sedimentfreien Felszonen des Malawisees. Dort gründen sie ihre Reviere und verteidigen diese akribisch. Sie passten sich speziell an ihren felsigen Lebensraum an, indem sie im Laufe der Zeit Zähne entwickelten, die hervorragend zum Abweiden der Algenteppiche, die sich auf den Felsen bilden, geeignet sind. Auf Grund ihrer ausgeprägten Revierbildung sind Mbunas idR. agiler und aggressiver als die Nonmbunas.
Nonmbunas
Letztere beschreiben jene Barsche, die nicht zu der Gruppe der Mbuna gezählt werden. Sie ernähren sich meist karnivor und sind kaum bis gar nicht an das Felslitoral gebunden. Die Gruppe der Nonmbuna unterteilt man in mehrere Untergruppen, wie Aulonocara-Artige, Jäger und Sandcichliden, wobei sich diese Gruppen teilweise durchsetzen, weshalb die Gruppierung umstritten ist. Als gemeinsames Charakteristikum gilt jedoch, dass Nonmbunas meist größer und friedlicher als Mbunas sind. Allerdings kommen auch Ausnahmen vor.
Maulbrutpflege
Die Malawicichliden brachten im Laufe der Evolution eine ganz besondere Art zu brüten hervor: Die Maulbrutpflege. Dabei nehmen die Mütter sofort nach dem Ablaichvorgang sämtliche Eier im Maul auf und brüten sie darin aus. Auch nach dem Schlupf bleiben die Jungfische noch eine Zeit lang im Schutze des mütterlichen Mauls, bis ihr Dottersack aufgebraucht ist und sie in die Weiten des Malawisees “gespuckt” werden. Während das Weibchen brütet, kann es keinerlei Nahrung aufnehmen und es wird besonders angreifbar. Deshalb zieht es sich für gewöhnlich in irgendein Versteck – meist aus einer Höhle bestehend – zurück, was in der Aquarienhaltung unbedingt berücksichtigt werden sollte! Normalerweise besteht ein Wurf aus 20 Jungfischen – da haben die Weibchen förmlich das Maul voll.
Diese hoch entwickelte und effiziente Variante der Brutpflege ermöglicht den Malawis, relativ wenige, aber große Eier zu laichen. Bei Substratbrütern ist die Eianzahl ja um vieles höher, während ihre Größe bedeutend kleiner ist. Das macht es so einfach, Malawis in Gefangenschaft nachzuziehen, da die Jungfische durch die Maulbrutpflege höhere Überlebenschancen haben.
Worauf sollte man bei der Haltung achten?
Malawis sind sehr beliebte Aquarienfische, was in ihren doch eher niedrigen Ansprüchen begründet ist. Das soll aber nicht heißen, dass sie anspruchslos sind und sich in jeder Pfütze halten lassen!!! Das Aquarium sollte natürlich, wie bei allen Fischen, artgerecht dimensioniert und eingerichtet sein. Die Wasserwerte sind dabei – wie immer – von besonderer Bedeutung. Niedrige Nitratwerte und hohe pH-Werte sind dabei Grundlage für das Wohlbefinden der Malawicichliden. Da Malawis zum Teil wahre Futterspezialisten sind, sei besonders auch auf die Ernährung zu achten. Gerade Mbunas neigen schnell zur Verfettung, da sie sich an die karge Nahrung im See angepasst haben und bei allzu proteinhaltigem Futter extrem viel Fett ansetzen, wodurch sie ihre Farbe verlieren, an Darmverstopfungen leiden und träge im Wasser treiben. Außerdem verlieren sie ihre schöne schlanke Form und sehen eher wie Tonnen aus.
Da durch die Maulbrutpflege die Weibchen doch sehr stark belastet werden, sollte außerdem darauf geachtet werden, dass man ein Männchen mit mehreren Weibchen in einem “Harem” hält. So verteilt sich die Lüsternheit des Männchens auf mehrere Weibchen. Ein einzelnes Weibchen würde bei der Dauerbalz bald zu Grunde gehen.
Übrigens: Liebhaber der Malawi Cichliden finden weitere ausführliche Informationen auf http://www.franks-malawi-portal.de/.






